Der Zug
Letzten Monat bin ich mit dem Zug allein zu meiner Oma gefahren. Meine Oma wohnt in einer kleinen Stadt an der Mosel, etwa zweihundert Kilometer von uns entfernt. Meine Mutter hat mich zum Bahnhof gebracht und mir eine Fahrkarte gekauft. Ich war das erste Mal allein im Zug und war ein bisschen aufgeregt. Aber meine Mutter hat mir gesagt, dass alles gut wird und ich mich einfach an den richtigen Gleis stellen soll. Ich hatte mein Handy dabei, falls ich Hilfe brauche.
Der Zug kam pünktlich um 10.15 Uhr am Gleis 7 an. Ich bin eingestiegen und habe mir einen Fensterplatz gesucht. Es war nicht sehr voll, nur ein paar andere Fahrgäste waren da. Ich habe meinen Rucksack in das Gepäckfach über mir gelegt und mich hingesetzt. Neben mir saß eine ältere Frau, die Zeitung las. Sie hat mich angelächelt und gefragt, ob ich zum ersten Mal allein fahre. Ich habe ja gesagt und sie hat gesagt, das sei ganz normal und ich solle die Fahrt genießen.
Die Zugfahrt war sehr schön. Wir sind durch Wälder, Felder und kleine Dörfer gefahren. Ich habe aus dem Fenster geschaut und die Landschaft beobachtet. Es gab Kühe auf den Wiesen und manchmal ein Reh am Waldrand. Ich habe auch Fotos gemacht und sie meiner Mutter geschickt. Sie hat mir zurückgeschrieben und gefragt, ob alles in Ordnung sei. Unterwegs kam der Schaffner und hat die Fahrkarten kontrolliert. Ich habe ihm meine Karte gezeigt und er hat genickt und ist weitgegangen.
Nach einer Stunde und vierzig Minuten habe ich die Durchsage gehört: „Nächster Halt ist Ihr Zielbahnhof." Ich habe meinen Rucksack genommen und bin zum Ausgang gegangen. Am Bahnhof hat meine Oma schon auf mich gewartet. Sie hat mich fest umarmt und sich sehr gefreut. Ich war stolz auf mich, dass ich die Reise allein geschafft habe. Die Zugfahrt war ein tolles Erlebnis. Nächstes Mal möchte ich vielleicht mit dem Zug in eine noch größere Stadt fahren, zum Beispiel nach Berlin oder Hamburg.
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